Über die Indikatoren der Migrationspolitik

0: Über die Indikatoren der Migrationspolitik

Über die Indikatoren der Migrationspolitik

Im Jahr 2015 entwickelte die IOM das Migration Governance Framework (MiGOF) um zu helfen zu definieren, wie eine gut gesteuerte Migrationspolitik" auf nationaler Eben aussehen könnte. Das MiGOF wurde von den IOM-Mitgliedstaaten im selben Jahr begrüßt. Die Indikatoren der Migrationsregierungsführung (Migration Governance Indicators, MGI) wurden entwickelt, um nationale Rahmenordnungen zu analysieren und zur Operationalisierung des MiGOF beizutragen. 

Klicken Sie auf das Rad, um mehr über die sechs Dimensionen der Migrationsregierungsführung zu erfahren, die im MiGOF und MGI enthalten sind. 

Die Indikatoren der Migrationsregierungsführung (MGI) sind ein Instrument, das auf politischen Inputs basiert und Einblicke in politische Handlungsspielräume bietet, die Länder nutzen können, um ihre Migrationsregierungsführung weiterzuentwickeln. Die MGI sollen die Länder nicht nach ihrer Gestaltung oder Umsetzung von Migrationspolitik einordnen, sondern vielmehr als Rahmen dienen, der den Ländern bei der Analyse der Vollständigkeit ihrer Migrationspolitik hilft. Außerdem soll es Ländern dabei helfen, Lücken und Bereiche in ihrer Migrationsregierungsführung zu identifizieren, die gestärkt werden könnten. Die MGI zielen darauf ab, Gespräche über Migrarionsregierungsführung voranzubringen, indem sie veranschaulichen, wie „gut gesteuerte Migration" im Kontext des Ziels 10.7 für nachhaltige Entwicklung aussehen könnte. Bisher haben sich 51 Länder am MGI-Prozess beteiligt. 

Über den MGI-Prozess                                               Über die lokale MGI (Pilotphase)

1: Die Rechte der Migrantinnen und Migranten

Die Rechte der Migrantinnen und Migranten

Indikatoren in diesem Bereich betrachten: 

  • Zugang von Migrantinnen und Migranten zu grundlegenden sozialen Diensten und zum Sozialsystem
  • Familienzusammenführung
  • Recht auf Arbeit
  • Langfristige Aufenthaltsberechtigung und Weg zur Staatsbürgerschaft
  • Bürgerbeteiligung
  • Unterzeichnung und Ratifizierung internationaler Konventionen
  • Bilaterale Abkommen

Indikatoren in dieser Dimension analysieren, inwieweit Migrantinnen und Migranten hinsichtlich des Zugangs zu grundlegenden sozialen Diensten wie Gesundheit, Bildung und soziale Sicherheit den gleichen Status wie Bürgerinnen und Bürger haben. Es beschreibt die Rechte von Migrantinnen und Migranten auf Familienzusammenführung, Arbeit, Aufenthalt und Staatsbürgerschaft. Die Ratifizierung der wichtigsten internationalen Konventionen fällt ebenfalls in diesen Bereich. 

2: Ganzer Regierungsansatz

Ganzer Regierungsansatz

Indikatoren in diesem Bereich betrachten:

  • Institutionelle Rahmen
  • Migrationsstrategie
  • Rechtliche Rahmenbedingungen
  • Institutionelle Transparenz und Kohärenz
  • Migrationsdaten

Indikatoren in dieser Dimension bewerten die institutionellen, rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen der Länder im Zusammenhang mit Migrationspolitik. Dimension 2 beinhaltet auch das Vorhandensein von nationalen Migrationsstrategien, die mit Entwicklungspolitik und -ansätzen im Einklang stehen, sowie die institutionelle Transparenz und Kohärenz in Bezug auf Migrationsmanagement. In diesem Bereich wird auch untersucht, inwieweit Regierungen Migrationsdaten erheben und verwenden.

3: Partnerschaften

Partnerschaften

Indikatoren in diesem Bereich betrachten:

  • Regionale Zusammenarbeit
  • Globale Zusammenarbeit

Diese Dimension konzentriert sich auf die Bemühungen von Ländern, in migrationsbezogenen Fragen mit anderen Staaten und einschlägigen nichstaatlichen Akteuren, einschließlich Organisationen der Zivilgesellschaft und des Privatsektors, zusammenzuarbeiten. Kooperation kann zu Verbesserungen der Regierungsführung führen, indem Standards angeglichen und angehoben, der Dialog intensiviert und Strukturen der Bewältigung von Herausforderungen geschaffen werden. 

4: Das Wohlergehen der Migrantinnen und Migranten

Das Wohlergehen der Migrantinnen und Migranten

Indikatoren in diesem Bereich betrachten:

  • Management von Arbeitsmigration
  • Anerkennungssysteme für Kompetenzen und Qualifikation
  • Regulierung der Studentenmigration
  • Bilaterale Arbeitsabkommen
  • Grenzüberschreitende Geldtransfers von Migrantinnen und Migranten

Diese Dimension umfasst Indikatoren für die Politik der Länder zur Steuerung des sozioökonomischen Wohlergehens von Migrantinnen und Migranten, z.B. die Anerkennung der Bildungs- und Berufsqualifikationen von Migrantinnen und Migranten, Bestimmungen zur Regelung der Studentenmigration und das Bestehen bilateraler Arbeitsabkommen zwischen Ländern. Die Indikatoren konzentrieren sich gleichermaßen auf Maßnahmen und Strategien im Zusammenhang mit dem Engagement der Diasporamitglieder und den grenzüberschreitenden Geldtransfers von Migrantinnen und Migranten. 

5: Mobilitätsdimensionen von Krisen

Mobilitätsdimensionen von Krisen

Indikatoren in diesem Bereich betrachten:

  • Krisenvorsorge und -bereitschaft
  • Notfallmaßnahmen
  • Maßnahmen nach der Krise
  • Einbeziehung von Migrantinnen und Migranten

Diese Dimension befasst sich mit der Art und dem Grad der Bereitschaft von Ländern, wenn sie mit Mobilitätsdimensionen von Krisen konfrontiert sind, die entweder mit Katastrophen, der Umwelt und/oder Konflikten zusammenhängen. Die Fragen werden verwendet, um die Prozesse für Staatsangehörige und Ausländer sowohl während als auch Katastrophen zu ermitteln, einschließlich der Frage, ob humanitäre Hilfe für Migrantinnen und Migranten genauso verfügbar ist wir für Bürgerinnen und Bürger. 

6: Sichere, geordnete und reguläre Migration

Sichere, geordnete und reguläre Migration

Indikatoren in diesem Bereich betrachten:

  • Grenzkontrolle und -schutz
  • Zulassungs- und Anspruchsvoraussetzungen
  • Rückkehr- und Reintegrationspolitiken
  • Maßnahmen zur Bekämpfung des Menschenhandels und des Menschenschmuggels

Diese Dimension analysiert den Ansatz der Länder zum Migrationsmanagement bezüglich Grenzkontroll- und Grenzschutzmaßnahmen, Zulassungsvoraussetzungen für Migranten, Vorbereitung und Flexibilität bei erheblichen und unerwarteten Wanderungsbewegungen sowie die Bekämpfung des Menschenhandels und des Menschenschmuggels von Migrantinnen und Migranten. Es werden auch die Bemühungen und Anreize zur Unterstützung der Integration der zurückkehrenden Staatsbürgerinnen und -burger bewertet. 

Search for Migration Governance Profiles

Die auf der Karte angezeigten Grenzverläufe, Namen und Bezeichnungen stellen keine offizielle Billigung oder Anerkennung durch die Vereinten Nationen oder die Internationale Organisation für Migration dar.

Der endgültige Grenzverlauf zwischen der Republik Sudan und der Republik Südsudan wurde noch nicht festgelegt.

*Die gepunktete Linie entspricht ungefähr der Kontrolllinie (Line of Control) in Jammu und Kaschmir, die von Indien und Pakistan vereinbart wurde. Der endgültige Status von Jammu und Kaschmir wurde von den Parteien noch nicht vereinbart.

Zwischen Argentinien und dem Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland herrscht ein Konflikt hinsichtlich der Hoheitsgewalt über die Falklandinseln (Malwinen).

Über das MGI-Projekt

Der MGI-Prozess

Es gibt vier Phasen im MGI-Prozess:

MGI process

  1. Einleitung des MGI-Prozesses: Der erste Schritt des Prozesses besteht darin, ein Briefing für Regierungsvertreter zu organisieren, um zu erklären, was die MGI beinhalten, und um sicherzustellen, dass sie sie vollständig unterstützen.
  2. Datenerhebung und -analyse: Der zweite Schritt des Prozesses besteht darin, mit der Erhebung und Analyse von Daten zu beginnen, die auf neunzig Indikatoren der sechs Dimensionen des Migration Government Framework basieren (d.h. Rechte der Migrantinnen und Migranten, Ganzer Regierungsansatz, Partnerschaften, das Wohlergehen der Migrantinnen und Migranten, Mobilitätsdimensionen von Krisen und sichere, geordnete und reguläre Migration). Ein Entwurf der Migrationspolitikprofile auf der Grundlage der Ergebnisse der Analyse wird dann mit den Ansprechpartnern der Regierung geteilt. 
  3. Interministerielle Konsultation: Der dritte Schritt des Prozesses besteht darin, eine interministerielle Konsultation einzuberufen, bei der alle zuständigen Ministerien und andere Interessenvertreter die identifizierten bewährten Verfahren und wesentlichen Lücken des Entwurfs der Migrationspolitikprofile diskutieren können. Es ist auch eine Gelegenheit für sie, sich zu äußern und Vorschläge zu dem obengennanten Entwurf zu machen. 
  4. Veröffentlichungen des Berichts auf dem Globalen Migrationsdatenportal:  Nachdem die Migrationspolitikprofile von den Ansprechpartnern der Regierung finalisiert und abgenommen worden sind, werden sie im Globalen Migrationsdatenportal der IOM veröffentlicht. 

Länder können die MGI als Ausgangspunkt nutzen, um besser zu verstehen, was "gute Regierungsführung" im Kontext von Migration beinhalten kann. Darüber hinaus können die MGI als Quelle für eine Vielzahl von Informationen über "bewährte Verfahren" dienen, die den Ländern institutionelle Gestaltung und politische Ideen vermitteln. Zunächst können die Länder die MGI nutzen, um ein ganzheitliches Verständnis ihrer Migrationsregierungsführung zu entwickeln und erhebliche Lücken oder Bereiche zu identifizieren, die gestärkt warden müssen. Schließlich kann die MGI-Methodik von den Ländern verwendet warden, wenn sie auf dem Hochrangigen Politischen Forum (HLPF) der Vereinten Nationen über ihre nationalen Bemühungen zur Erreichung der SDGs berichten. 

Für weitere Informationen über die Indikatoren der Migrationsregierungsführung (MGI auf Englisch) wenden Sie sich bitte an das Team: mgi@iom.int.

Die Finanzierung wird von IOM-Mitgliedstaaten, einschließlich der Regierung Schwedens, bereitgestellt. 

SW
Letzte Aktualisierung am
08.24.2020